Am Montag trafen 8 Behinderte (Betreute) , Alter zwischen 20 und 45 Jahren und
4 BetreuerInnen bei uns auf dem Arvenhof ein.
Zuerst wurden die Lamas besichtigt und der erste Kontakt zu ihnen aufgebaut. Dabei
wurde ich hauptsächlich auf.....
Christian- der Angst hatte umzufallen, wenn er nicht auf der Strasse läuft und mit
niemandem spricht...
Hanna- die sich für die Lamas nicht interessiert und lieber Leute ausfragt, sowie körperliche
Probleme hat, vor allem mit den Beinen (Schiene tragen muss),
und nur ein Auge hat...
Philippe- der Vorlaute, der aber den ganzen Tag vor der Nacht Angst hat, dass er
Geräusche hört...
aufmerksam und ahnte einiges auf mich zukommen!
Nach dem Mittagessen sattelten wir die Lamas und nach kurzer Einführung über das Führen
der Lamas, starteten wir Richtung Blockhütte Erezsäss.
Mit dabei 4 langjährige Trekker und 4 Jung Trekker.
-Christian läuft gut ohne Angst umzufallen und fängt, zum grossen Erstaunen der Betreuer,
mit Lama Gino deutlich zu wispern an „du darfst nicht fressen“.
-Hanna klagt im oberen Teil der Wanderung über Druckstellen an der Schiene und schreit
andauernd. Aber durch Nachsehen der Betreuerin stellt sich heraus, Dass es nicht so ist,
sie will nur nicht laufen.
Alle kommen müde aber zufrieden im Berghaus an, wo uns die Beherberger bis Samstag,
Hansjörg und Tini, begrüssen und die Zimmer zuteilen.
Dienstag
Nach dem „ausschlafen“ starten wir erst um 10.30 Uhr Richtung Alp Casanna.
Beim Mittagessen und danach geniessen alle die Sonne und die Ruhe in den Bergen.
-Chrigel (Christian) läuft, nur mit Lama, schon sehr gut auch auf unebenen Wegen.
Auch staunen die Betreuer, wie sicher er das Lama führt.
-Philippe vergisst seine Angst und Wehwehchen solange er Kasimir führt. Beim Mittagessen
und am Abend sind sie aber wieder da.
-Hanna hat Probleme mit Angelo, einem Jung Trekker. Sie hält ihn zu kurz, was zur Folge hatte,
dass sie bei ihrem humpeln immer den Kopf des Lamas zur Seite zieht, was Angelo nicht passt
und unruhig wird. Er ist für sie nicht geeignet, aber ein Wechsel mit einem anderen Lama ist
schwierig, weil sich jedes an „sein“ Lama schon gewöhnt hat.
Mittwoch
Wir starten den Versuch, den Grüensee auf 2100 m.ü.M. zu erreichen (600 Höhenmeter!).
Ich und auch die Betreuer glauben nicht daran, doch die Betreuten möchten es wagen.
-Sonja tauscht „ihr Lama Marina“ mit Hanna, jetzt geht es gut. Die beiden harmonieren sehr
gut, sodass sie nicht mehr jammert und nur noch selten schreit.
Auch mit Sonja und „Angelo“ geht es gut.
-Chrigel läuft immer sicherer, sodass wir, zwar in der doppelten Laufzeit als sonst, den
Grüensee erreichen, wo wir Mittagsrast halten.
-Philippe hat beim Aufstieg Mühe. Der Grund dafür ist, dass er zuwenig geschlafen hat,
weil er nachts immer unterwegs ist, da er vom kleinsten Geräusch in grosse Angst versetzt
wird. Auch die Betreuer und ich bekommen das zu spüren (wenig Schlaf auch für uns).
Spät, sodass die Wirtin sich schon Sorgen macht, erreichen wir, unter grossem Hali-hallo,
den Erezsäss. Alle sind Stolz, den Grüensee geschafft zu haben.
Donnerstag
Ruhetag. Wir laufen nur ein Stück Richtung Conters. Die Betreuten werden mit den Lamas
immer ruhiger.
Freitag
Wir wandern zur Bündi, wo wir auch offene Bäche überqueren, was ohne Probleme geschieht.
Die BetreuerInnen meinen, ohne Lama wäre das nicht Möglich, auch anfangs Woche hätte es
nicht geklappt. Jetzt haben aber alle das Vertrauen zu den Lamas gefasst und darum werden
auch solche Schwierigkeiten für die Betreuer problemlos überwunden.
Samstag
Nach dem wie immer reichhaltigen Morgenessen, dem Verladen des Gepäcks und grosser
Verabschiedung vom Wirtepaar, machen wir uns ohne Zwischenfälle auf den Rückweg zum
Arvenhof.
-Philippe ist Stolz, dass er letzte Nacht nicht „rumgegeistert“, wie er sagt, ist und wir alle
ruhig schlafen konnten.
Auf dem Arvenhof angekommen, entlassen wir die Lamas auf die Weide und alle können
nochmals das junge Lama bewundern, das gerade einen Tag vor ihrer Ankunft auf die Welt
gekommen ist, und staunten nicht schlecht, wie es in dieser einen Woche gewachsen ist.
Manche konnten ihre Tränen nicht zurück halten als sie „ihr“ Lama wieder verlassen mussten.
Wir haben dann noch gemeinsam das Mittagessen bei uns eingenommen und es war ein
schöner, erlebnisreicher Abschluss.
Fazit über diese Woche:
Für mich und meine Familie war es eine strenge, aber auch sehr interessante Woche. Da wir
das Mittagessen zubereiteten, musste meine Frau jeden Tag vorkochen und das Essen am
Morgen vom Arvenhof in den Erezsäss heraufbringen.
Auch ich brauchte für das einfangen, striegeln und füttern der Lamas viel Zeit, da immer
2 Betreute mithalfenn, was wir aber gerne in Kauf nahmen, da es uns wieder einmal zeigte,
was für eine wundervolle Wirkung das Lama auf die Menschen hat und wieviel Freude und
Begeisterung gerade Menschen mit besonderen Bedürfnissen, ohne Wenn und Aber,
aufbringen.