Bereits mit dem Ankommen bei der Familie Jegen zu Hause stimmte dies mich zufrieden.
Wir wurden herzlich von ihnen empfangen. Auf der Weide durften wir uns das erste Mal
den Lamas nähern.
Eine kleine Einführung über das Verhalten gegenüber den Tieren und deren Führung gab
uns Herr Jegen direkt, bevor wir zur Alp Erezsäss aufbrachen.
Für unsere behinderten Menschen und auch für uns Betreuer war ein Lama-Trekking neu
und wir alle mussten sorgfältig und einfühlsam diesen Tieren begegnen.
Es war Interessant, wie schnell die einen Betreuten einen Bezug zum Lama herstellen
konnten. Für die anderen blieb noch eine Weile Angewöhnungszeit von Nöten. Doch auch
diese konnten sich im Verlauf dieser wunderschönen Trekking-Woche einen Bezug zum
Lama schaffen.
Ich staunte eigentlich über alle Betreuten, die wirklich souverän mit ihren Tieren umgingen
und diese praktisch alleine führen konnten, was ich nicht gedacht hätte. Aber nun ist es
mir klar geworden; Lamas sind ausserordentlich feinfühlige Wesen und sind einfach
gutmütig, gut führbar und scheinbar sehr zahm. So kam es auch zu keinem Zwischenfall,
wo man hätte sagen müssen, diese Tiere sind nicht geeignet für behinderte Menschen.
Einige Betreute schienen tatsächlich eigenständiger geworden zu sein, wo sie doch in
unserer Umgebung keine Führung übernehmen und keine Verantwortung tragen, wurden
sie genau in dieser Trekking Woche dazu aufgefordert.
Wenn ich an Christian denke, den ich noch nie so erblühend und auf jemand (Lama)
eingehend, beobachtet habe, dann jubelt fast jedes Betreuerherz. Christian ist nämlich
sehr zurückgezogen und geht auf niemanden direkt ein.
Oder Philippe, der nicht gerne weite Distanzen läuft, wandert in diesem Lager mit seinem
zugeteilten Lama Kasimir stets zu forderst an der Spitze und unterhält sich amüsierend
mit Herr Jegen,
Auch bei den anderen Betreuten stellten wir ähnliches fest.
Natürlich begeisterte uns alle die schöne Bergwelt und das draussen sein mit spannenden
Wanderungen und guter Verpflegung, auf die sich jeder jedes Mal freute. Mit dem Wetter
schienen wir unglaubliches Glück gehabt zu haben. So mussten wir die Regenbekleidung nur
einmal anziehen, dies nur kurz und es war obendrein noch ein Erlebnis für die Betreuten.